JM über JM

 

   

Kunst und Wissenschaft - beides hat mich immer schon gleichermassen fasziniert. Insofern ist es nicht überraschend, dass ich mein Leben ziemlich gleichmäßig zwischen einer von vielen als abstrakt verschrieenen Wissenschaft, der Mathematik, und der Produktion von Tönen, die einige wohl ebenfalls als "schwierig" ansehen dürften, verteilt habe.

   

   

Geboren wurde ich im schönen Freiburg i.Br., es hat mich aber schnell in die Provinz, nach Schramberg im Schwarzwald, verschlagen. Nicht gerade der Nabel der Welt... Trotzdem ist es mir dort ganz gut ergangen, auch wenn ich immer noch kaum ein Wort verstehe, wenn die Leute dort richtig mit ihrem Dialekt loslegen.

   

   

Nach einer unspektakulären Schulzeit und einem aufregenden Jahr bei der Bundeswehr mußte ich mich dann endlich entscheiden: Musik oder doch "was rechtes"? Nachdem ich mich in der Schule schon immer sehr für Chemie interessiert hatte, war eigentlich klar, dass ich das auch studieren würde, wobei die Wahl der Uni letztendlich auf Konstanz viel (wohl gleichermaßen dem guten Ruf wie der schönen Umgebung geschuldet). Allerdings erwies sich das Studium als doch nicht so das Wahre - ich hatte mir das irgendwie ganz anders vorgestellt. Letztendlich habe ich dann nach dem Vordiplom die Konsequenz gezogen und das Studium abgebrochen.

   

   

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich schon intensiv mit Computern (insbesondere Linux) befasst, nachdem ich meinen ersten PC überhaupt erst zum Studienbeginn bekam - vorher hatte ich fast nichts damit zu tun gehabt. Eine Weile habe ich mich als Freelancer bei diversen Firmen verdungen. Das ging zu dem Zeitpunkt ganz gut, weil das gerade mit dem Aufschwung in der IT-Branche zusammenfiel (Stichwort DotCom-Blase...). Auf die Dauer erschien mir das aber ohne solide Ausbildung etwas zu dürftig, so dass ich wieder ein Studium begann, erst an der FH in technischer Informatik, was ich schnell zu Mathematik mit Schwerpunkt Informatik an der Uni abgeändert habe.

   

   

Diese Kombination ist eine Spezialität der Konstanzer Uni, bei der man im Prinzip im Hauptstudium Mathe und Informatik zu jeweils 50% hört und als Spezialgebiet für die Diplomarbeit ein Thema aus der Informatik wählt. In der Mathematik ist man aber trotzdem nicht an die typischen Themen gebunden, die man so aus dem Informatikstudium kennt (diskrete Mathematik etc.), so konnte ich z.B. als zweiten Schwerpunkt meine Neigung zur Topologie voll ausleben. Ich finde, dadurch ist der Horizont auch etwas universeller, als wenn man sich ganz auf eine der beiden Fachrichtungen konzentriert. Letztendlich bin ich dann auch dabei geblieben und habe jetzt vor kurzem mit einem der letzten in diesem Studiengang noch vergebenen Diplome erfolgreich abgeschlossen.

   

   

Die Musik habe ich trotzdem nicht aus den Augen (oder besser gesagt den Ohren) verloren. Auch wenn einerseits meine Vorlieben diesbezüglich sich etwas gewandelt haben, und andererseits auch neue (und alte) Interessen stärker in den Vordergrund getreten sind, so habe ich doch auch in den stressigsten Zeiten nie damit aufgehört.